Die Auswirkungen des Corona-Virus auf Remote Work

Veröffentlicht am 2. März 2020

Das Corona-Virus dominiert derzeit nicht nur die mediale Berichterstattung, sondern das leben der Bevölkerung. Die weltweite Verbreitung und exponentiell steigenden Infektions- und Todeszahlen haben dafür gesorgt, dass das Virus massive Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft hat.

Das Corona-Virus führt der globalisierten Welt deutlich vor Augen, wie groß die internationalen Abhängigkeiten zwischen Unternehmen inzwischen geworden sind. Seit mehreren Wochen stehen in vielen Fabriken Chinas die Bänder still, was zu einer massiven Beeinträchtigung der globalen Lieferketten geführt hat. Unternehmen in Amerika, Asien und Europa warten vergeblich darauf, dringend benötigte Teile oder Produkte geliefert zu bekommen. Die Auswirkungen dieser teilweise gebrochenen Supply Chain sind auch in Deutschland deutlich zu spüren. Viele Unternehmen haben große Teile ihrer Belegschaft in Kurzarbeit geschickt, ganze Werke werden geschlossen, Home Office wird in diesen Tagen zum Standard.

Für viele Unternehmen, gerade im klein- und mittelständischen Bereich, war der Ausbruch des Corona-Virus die erste Gelegenheit, sich umfassend Gedanken über die Einrichtung mobiler Arbeitsplätze zu machen. Wer es bis dato versäumt hat, ist spätestens jetzt dazu gezwungen, sich Lösungen zu überlegen. Der Trend zum Remote Work wird zwar durch die aktuelle Entwicklung des Corona-Virus zusätzlich befeuert, ist jedoch schon seit einigen Jahren stark im Kommen.

Die digitale Transformation aller Branchen der Wirtschaft hat die Voraussetzung dafür geschaffen, dass Menschen zunehmend dort arbeiten können, wo sie sich gerade aufhalten. Genaue Statistiken, wie viele Menschen inzwischen „aus der Ferne“ arbeiten, sind Mangelware. Schätzungen gehen davon aus, dass ca. fünf Prozent aller Menschen generell von zu Hause aus arbeiten und etwa zwei Drittel gelegentlich in ihrem Zuhause ihrer Arbeit nachgehen.

Unternehmen, die ihren Mitarbeitern ein flexibles und ortsunabhängiges Arbeiten ermöglichen, haben entscheidende Wettbewerbsvorteile. Sie profitieren in der Regel nicht nur von gesteigerter Produktivität und schnelleren Prozessen, sondern haben in der überwiegenden Zahl der Fälle auch eine erhöhte Mitarbeiterzufriedenheit.

Darüber hinaus ist in Zeiten des globalen Klimawandels auch der Umweltschutzaspekt durch die möglichen Formen des New Work nicht zu unterschätzen. Videokonferenzen und Collaboration Software Tools ermöglichen es ganz konkret, die eine oder andere Flugreise einzusparen. Besonders wenn dabei auf die Reise mehrerer Personen verzichtet werden kann, wie zum Beispiel bei einem Webinar (einem Online-Seminar im Internet), tun Unternehmen der Umwelt etwas Gutes. Als schönen Nebeneffekt bringen die verschiedenen Ausgestaltungen des Remote Works unterm Strich auch Kostensenkungen für Unternehmen mit sich. Die laufenden Kosten der für Remote Work notwendigen IT-Infrastruktur sind weitaus geringer als die für Reisen erforderlichen Ausgaben.

Im Idealfall beschäftigen sich Unternehmen jedoch nicht erst beim Ausbruch eines Virus oder beim Eintreten sonstiger potenziell geschäftsschädigender Ereignisse mit dem Thema Remote Work, sondern verfolgen frühzeitig eine zukunftsgerichtete Strategie bezüglich der Mobilität ihrer Arbeitsplätze. Unternehmen, die wie in der aktuellen Situation gezwungenermaßen auf Heimarbeit setzen müssen, treffen die Ereignisse unvorbereitet. Gerade in größeren Organisationen lassen sich die persönlichen und technischen Voraussetzungen für Remote Work jedoch nicht innerhalb weniger Tage schaffen.

Die persönlichen Voraussetzungen von Remote Work

Bei der Vorbereitung bzw. Umsetzung mobiler Arbeitsplätze fokussieren sich viele Unternehmen auf die technischen Voraussetzungen, wie beispielsweise die notwendige Hardware sowie die für die Zusammenarbeit ihrer Mitarbeiter erforderlichen Programme und Tools. Genauso wichtig ist jedoch auch die Berücksichtigung der persönlichen Voraussetzungen. Ohne die genaue Planung diverser persönlicher Themenstellungen sowie ein begleitendes Change-Management können mobile Arbeitsplätze schnell zu einer Belastung sowohl für die Mitarbeiter als auch für das Unternehmen selbst werden.

Mitarbeiter, die von zu Hause oder unterwegs aus arbeiten, sollten sich im Klaren darüber sein, was die neue Arbeitsform für sie persönlich bedeutet. Für viele Arbeitnehmer weicht der Traum von der flexiblen Arbeit in den eigenen vier Wänden schnell einer gewissen Ernüchterung. Der nicht mehr vorhandene persönliche Austausch mit den Kollegen im Büro und die meist mit Remote Work verbundene erhöhte Eigenverantwortung erfordern ein gesteigertes Maß an Disziplin.

Zum Vorteil aller beteiligten Parteien sollten auch Unternehmen möglichst klare Spielregeln aufstellen, wie die Zusammenarbeit aller mit mobilen Arbeitsplätzen ausgestatteten Mitarbeiter in der Praxis aussehen soll. Die Definition konkreter Arbeitsabläufe, Zeitpläne, Umgangsformen und Kommunikationsspielregeln kann dabei eine große Hilfestellung sein.

Darüber hinaus sollte jedes Unternehmen, das seinen Mitarbeitern Remote Work ermöglicht, ein begleitendes Change-Management etablieren. Vor dem Hintergrund der in der Praxis nur selten reibungslos verlaufenden Umstellung auf mobile Arbeitsplätze, ist die laufende Unterstützung der mobilen Mitarbeiter und die Verbesserung der Prozesse des mobilen Arbeitens von größter Bedeutung.

Die technischen Voraussetzungen von Remote Work

Den Entschluss zu fassen, Mitarbeiter von zu Hause oder unterwegs arbeiten zu lassen, ist das eine. Die richtigen Voraussetzungen zu schaffen, um die Arbeit im Home Office bzw. das Remote Work auch tatsächlich produktiv und effizient zu gestalten, ist jedoch das andere. Viele Unternehmen unterschätzen die zu leistenden Vorarbeiten für eine erfolgreiche Integration von Remote Workers in ihr Unternehmen und wundern sich im Anschluss, warum einerseits die Produktivität ihrer Mitarbeiter darunter leidet und andererseits die Zufriedenheit der Mitarbeiter nicht steigt.

Unternehmen sollten sich zur Vorbereitung von Home Office bzw. Remote Work Arbeitsplätzen intensiv Gedanken darüber machen, welche Anforderungen dies an die IT-Infrastruktur der Firma stellt. Die gute Nachricht ist, dass es in Zeiten der digitalen Zusammenarbeit eine Vielzahl von IT-Lösungen und Tools gibt, welche die Integration von mobilen Arbeitsplätzen in eine bestehende Unternehmensstruktur massiv erleichtern.

Vor allem das in den letzten Jahren stark zunehmende Cloud-Computing ist eine hervorragende Basis für die Zusammenarbeit von unternehmensinternen wie auch -externen Mitarbeitern und Teams über den gesamten Globus. Bei Cloud-Computing handelt es sich um die Bereitstellung einer IT-Infrastruktur über das Internet, die in der Regel Rechenleistung, Speicherplatz und Anwendungsprogramme in Form einer Dienstleistung umfasst. Besonders für klein- und mittelständische Unternehmen, die über keine allzu großen internen IT-Ressourcen verfügen, sind Cloud-Lösungen eine perfekte Möglichkeit, ihre Arbeitswelt flexibler zu gestalten.

Die für viele Unternehmen wahrscheinlich einfachste Form der Integration mobiler Arbeitsplätze ist die Nutzung einer Plattform für die digitale Zusammenarbeit in der Cloud. Anbieter solcher Cloud-Plattformen stellen ihren Kunden digitale Arbeitsräume zur Verfügung, die mit allem ausgestattet sind, was man für Remote Work braucht. Die bereitgestellten Anwendungen reichen von Texterstellung über Dateiablagen bis hin zu Kanban-Boards. Sie sind somit das ideale Tool, Mitarbeiter miteinander zu vernetzen, die an unterschiedlichen Standorten arbeiten.

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