Verbandsarbeit in Zeiten von Corona

Veröffentlicht am 16. April 2020

Das weltweit grassierende Coronavirus hat mittlerweile nicht nur das soziale Leben weitgehend lahmgelegt, sondern auch das Wirtschaftsleben in großen Teilen zum Erliegen gebracht. Viele Geschäfte sind noch geschlossen, in zahlreichen Unternehmen wurde Kurzarbeit verordnet und Millionen von Menschen arbeiten inzwischen in ihrem Homeoffice.

Vor allem Verbände sehen sich in Zeiten wie diesen mit enormen Herausforderungen konfrontiert. Einerseits verlangen die in ihnen organisierten Unternehmen, dass sie von ihrem Verband schnell und kompetent über alle aktuellen Fragestellungen rund um das Coronavirus informiert werden. Vor dem Hintergrund, dass derzeit auch viele Verbandsmitarbeiter von zu Hause aus arbeiten, keine einfache Leistung. Andererseits leben Verbände von der regelmäßigen Interaktion zwischen ihren Mitgliedern und Gremien. Auch diese ist aufgrund nicht stattfindender Mitglieder- und Gremienversammlungen massiv erschwert. Und nicht zuletzt erwarten sich die in Verbänden zusammengeschlossenen Unternehmen, dass gerade in einer wirtschaftlich turbulenten Zeit wie dieser die Lobbyarbeit ihres Verbandes nicht zu kurz kommt.

Virtuelle Mitgliederversammlungen und Gremienwahlen
Die Coronavirus-Pandemie hat Verbände vor allem im Hinblick auf ihre rechtliche Handlungsfähigkeit vor noch nie dagewesene Probleme gestellt. Aufgrund des erzwungenen Ausfalls von Gremiensitzungen und Mitgliederversammlungen sehen sich viele Verbände mit der Frage konfrontiert, wie sich rechtsgültige Beschlüsse fassen und wie lange ihre Organe rechtmäßig im Amt bleiben können.

Der Bundestag hat mit dem kürzlich beschlossenen COVID-19-Gesetz auf diese außergewöhnlichen Umstände reagiert und einige rechtliche Vereinfachungen in Bezug auf Mitgliederversammlungen und die Wahl von Vorständen und sonstigen Gremien in Verbänden geschaffen. Bis auf Weiteres steht es Verbänden frei, ihre Mitgliederversammlungen auch online abzuhalten, auch wenn dies laut Satzung nicht vorgesehen ist. Bisher waren virtuelle Versammlungen nur in Fällen möglich, in denen diese in der Satzung ausdrücklich festgelegt waren. Auch die Wahl von Vorständen und anderen Gremien ist nun per Gesetz ohne Anwesenheit an einem Versammlungsort im Wege der elektronischen Kommunikation möglich. Laut neuem Gesetz ist ein Beschluss auf elektronischem Wege ohne Mitgliederversammlung gültig, sofern drei Voraussetzungen erfüllt werden: Erstens müssen alle Mitglieder an der Beschlussfassung beteiligt werden. Zweitens müssen bis zu dem vom Verband gesetzten Termin mindestens 50 Prozent der Mitglieder ihre Stimme in Textform abgegeben haben. Und drittens muss der Beschluss mit der jeweils erforderlichen Mehrheit gefasst werden.

Eine weitere Erleichterung der Arbeit von Verbänden betrifft den vorübergehenden Fortbestand von Vorstandsämtern. Gemäß COVID-19-Gestzt bleiben Verbandsvorstände auch nach dem Ablauf ihrer Amtszeit im Amt, solange bis sie abberufen werden oder ein Nachfolger im Amt bestellt wird.

Die genannten Regelungen gelten zunächst bis Ende dieses Jahres, können durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im Wege der Verordnung jedoch auf das Jahr 2021 verlängert werden.

Organisatorische und technische Herausforderungen
Verbände in ganz Deutschland stehen derzeit vor enormen organisatorischen wie auch technischen Herausforderungen. In organisatorischer Hinsicht geht es ganz konkret um Fragen, wie man die Zusammenarbeit von Mitarbeitern, die sich nicht mehr ein Büro teilen, über Remote Work organisiert, wie man die Verbandsarbeit, die Gremienarbeit und die Mitgliederkommunikation ohne Präsenzsitzungen aufrechterhält und wie die Lobbyarbeit bei politischen Institutionen ohne persönliche Treffen stattfinden soll.

In technischer Hinsicht stellt sich in erster Linie die Frage, wie die Mitarbeiter eines Verbandes ihre Arbeit von zu Hause aus verrichten können. Im Idealfall können sie aus dem Homeoffice über VPN oder eine Cloud auf die IT-Infrastruktur ihres Arbeitgebers zugreifen. Einige Verbände haben in den letzten Jahren durch die konsequente Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie bereits die erforderliche Vorarbeit geleistet. Andere wiederum haben die Digitalisierung ein wenig verschlafen und sehen sich nun kurzfristig vor enorme informationstechnische Herausforderungen gestellt.

Die Digitalisierung als Chance und Lösung
Die Antwort auf die im Zuge der Coronavirus-Pandemie auftretenden Herausforderungen ist denkbar einfach: Digitalisierung. Die Digitalisierung war bereits in den letzten Jahren das bestimmende Thema für die meisten Verbände. Die aktuelle Virus-Pandemie tritt letztlich als eine Art „Entwicklungsbeschleuniger“ hinsichtlich der Digitalisierung auf. Wo Verbände sich in puncto Digitalisierungszeitplan auf der sicheren Seite wähnten, ist angesichts der aktuellen Entwicklung große Eile angesagt.

Die gute Nachricht ist jedoch, dass die Digitalisierung eines Verbandes kein unkalkulierbares Projekt werden muss. Es gibt nämlich fertige Digitalisierungslösungen wie die Verbandsplattform von Linkando. Sie stellt eine einzigartige und einheitliche Kommunikationsplattform für Verbände dar, die die Erreichung und Vernetzung aller Verbandsmitglieder ermöglicht. Die Linkando-Verbandsplattform schafft eine optimale Grundlage für die Zusammenarbeit im Verband. Das beschleunigt und strafft einerseits die Abläufe und sorgt andererseits dafür, dass sich alle Mitglieder stärker in die Verbandsarbeit eingebunden fühlen. Das Ergebnis ist ein aktiver und handlungsfähiger Verband mit einer professionellen und effektiven Außenwirkung.

Die Linkando-Verbandsplattform hilft Verbänden konkret dabei, neue Mitglieder zu gewinnen und bestehende Mitglieder besser in ihre Arbeit einzubinden. Außerdem sorgt die Plattform dafür, dass Arbeitskreise und Gremienarbeit auch online stattfinden können. Und nicht zuletzt ist die Plattform eine nützliche Basis, um Spezialwissen über einen Verband bereitzustellen oder die Arbeit des Verbandes mit Schulungen und Events zu refinanzieren.